Die Nester sind bereit, wenngleich es immer noch hier und da etwas zu flicken oder zu verbessern gibt. Und so wird auch nicht davor zurückgeschreckt, geeignete Äste aus dem Nachbarnest zu stiebitzen – schön vorsichtig und heimlich, versteht sich. Ansonsten sitzen die Tiere auf ihren Brutplätzen und warten darauf, dass es endlich losgeht, mit dem Brüten.

Vorher aber müssen auch Reiher sich fleißig paaren. Meist fliegt das Männchen los, um noch etwas Nistmaterial zu holen. Zurück beim Nest wird der Ast dann vom Weibchen in Empfang genommen und sogleich eingebaut. Und wenig später erfolgt dann die Paarung, bei der das Männchen auf den Rücken des Weibchens steigt und seine Geschlechtsöffnung auf die seiner Partnerin presst. Das ist augenscheinlich nicht so einfach und eine ziemlich wackelige Angelegenheit und wohl auch deshalb paaren sich die Tiere im Laufe der Tage viele Male, um sicher zu gehen, dass die Eier auch befruchtet werden.

Nach der Paarung pflegen die Partner sich häufig noch gegenseitig das Gefieder, ein inniges und geradezu zärtliches Schauspiel.

Eigentlich sind Grauhreiher monogam und lebenslang mit einem Partner zusammen. Aber so ganz klar scheinen die Verhältnisse dann doch nicht immer zu sein. So konnte ich beobachten, wie ein Tier brav Nistmaterial zum im Nest wartenden Partner brachte, dieser den Ast auch dankbar entgegennahm, sich dann aber kurzerhand umdrehte und zu einem anderen Nest im Nachbarbaum flog. Dort übergab das Tier nun seinerseits den Ast der Nestbesitzerin und versuchte sich auch gleich mit ihr zu paaren.

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