Das laute Gekecker ist nicht zu überhören. Erst ist es nur eine Stimme, doch bald fällt eine zweite und dritte ein, bis plötzlich ein ganzer Chor um die Wetter quakt und mühelos alle anderen Geräusche in der Umgebung übertönt. Nach kaum einer Minute kehrt wieder Ruhe ein, bis sich das Ganze nach einer Weile wiederholt.

Es sind Teichfrösche, die hier tatsächlich nicht im Chor sondern um die Wette quaken. Denn wer am lautesten ruft, hat die größten Chancen sich im Kampf um die besten Plätze im Teich durchzusetzen.

Jetzt im Juni ist Paarungszeit und vier kleine Seerosenteiche im Alten Botanischen Garten von Göttingen, je kaum acht Quadratmeter groß, dienen als Laichplätze. Um die 30 Teichfrosch-Männchen haben sich in jedem dieser kleinen Becken eingefunden und warten darauf, dass ein Weibchen sich von ihren Rufen anlocken lässt. Wer dann zum Zuge kommen will, muss an einem günstigen Platz sitzen und schnell sein, denn es gibt sehr viel weniger Weibchen als Männchen.

Und so wird ständig um die begehrtesten Plätze gerangelt. Dabei versuchen die Männchen sich nicht nur im Rufen zu überbieten. Sie schwimmen auch rufend und mit aufgeblähten Schallblasen auf einen Rivalen zu, springen ihn an und versuchen, ihn unter Wasser zu drücken. Lässt sich ein Tier auf diese Weise verscheuchen, hat der Sieger einen in seinen Augen besseren Platz im Teich erobert – solange bis ihn aus dem Hinterhalt ein anderes Männchen anspringt und seinerseits vertreibt.

Je wärmer die Temperaturen, desto aktiver sind die wechselwarmen Tiere. An diesem ersten heißen Junitag sind die Teichfrösche in einem fort am rufen und rangeln, und das, obwohl bisher nur in einem der Teiche ein einzelner Laichballen anzeigt, dass sich auch ein Weibchen eingefunden hat.

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