Wenn am Ende des Winters blaue Blüten durch das Laub des Waldbodens brechen, hat der Frühling begonnen. Leberblümchen nutzen das zeitige Frühjahr für Blütenaustrieb und Fortpflanzung. Jetzt ist der Wald noch unbelaubt und lichtdurchflutet. Jetzt konkurrieren kaum andere Blüten um die Gunst der wenigen bestäubenden Insekten. Aber der frühe Austrieb birgt auch Risiken: Nachtfrost, ein neuerlicher Wintereinbruch mit Kälte und Schnee oder auch zu wenige Insekten zur Bestäubung.

Über Nacht schließen sich die Blütenblätter um die empfindlichen Staubfäden. Je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung öffnen sich die Blüten im Laufe des Vormittags. Ein bis zwei Stunden dauert diese “Bewegung”, optimal für Zeitrafferaufnahmen.

Zeitrafferaufnahmen von sich öffnenden Blüten “in freier Wildbahn” sind allerdings alles andere als einfach und erfordern neben viel Erfahrung vor allem Zeit und eine hohe Frustrationstoleranz. Kaum einer Blüte sieht man vorher an, ob, wann und wie weit sie sich öffnen wird. Regelmäßig öffnen sich sämtliche Blüten in der Nachbarschaft, doch ausgerechnet jene, die für die Aufnahme ausgewählt wurden, bleiben geschlossen. Wind kommt auf und verwackelt die Aufnahme, beim Öffnen drehen sich die Blüten aus der Schärfeebene oder dem Bildauschnitt, ziehende Wolken werfen unregelmäßige Schatten, usw.

Da hilft nur, sich nicht entmutigen zu lassen und es immer wieder zu versuchen. Und wenn es jetzt nicht geklappt hat, schon in einem Jahr wartet die nächste Chance!

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